Im vergangenen Jahr kam es in Kanada zu einer Reihe verheerender Waldbrände im ganzen Land. 15 Millionen Hektar – rund vier Prozent der gesamten Waldfläche des Landes – brannten nieder und über 200.000 Menschen mussten ihre Heimat verlassen, wie aus einer am 28. August in der Fachzeitschrift Nature veröffentlichten Studie hervorgeht.
Anhand von Satellitendaten der Rauchfahne der Brände zwischen Mai und September letzten Jahres ermittelten die Forscher, dass dabei 2.371 Megatonnen Kohlendioxid (CO2) und Kohlenmonoxid (CO) freigesetzt wurden. Damit fiel Kanada auf der Liste der weltweit größten Kohlendioxidemittenten vom elften auf den vierten Platz, hinter China, den USA und Indien.
Flammen lodern am Rand eines Waldbrandes in der Nähe von Mistissini, Quebec, Kanada, 12. Juni 2023. Foto: Cpl Marc-Andre Leclerc
Forscher warnen, dass das heiße, trockene Wetter, das diese Waldbrände verursacht, Prognosen zufolge bis zu den 2050er Jahren zur Normalität werden und „wahrscheinlich zu mehr Waldbränden führen“ werde.
„Dies gibt Anlass zur Sorge, ob häufigere und intensivere Waldbrände in den kommenden Jahrzehnten die Rolle der kanadischen Wälder als Kohlenstoffsenken untergraben werden“, sagte Brendan Byrne, der Hauptautor der Studie.
Die borealen Wälder Kanadas, ein riesiger Waldstreifen, der sich vom Pazifik bis zum Atlantik erstreckt, enthalten große Mengen an gebundenem CO2. Wenn abgebrannte Wälder Jahrzehnte später nachwachsen, wird das durch die Waldbrände freigesetzte CO2 häufig wieder absorbiert.
Allerdings könnte es aufgrund der Zunahme von Ausmaß und Anzahl der jährlichen Brände sowie der Dürre in einigen Gebieten länger dauern, bis die Wälder nachwachsen. Dies „könnte die Kohlenstoffbindung durch Wälder blockieren“, heißt es in der Studie.
Kanada müsse seine zulässigen Emissionen aus fossilen Brennstoffen nach unten korrigieren, um „die geringere Kohlenstoffaufnahme der Wälder auszugleichen“, so das Fazit des Berichts. Kanada hat sich im Rahmen des Pariser Abkommens verpflichtet, seine Kohlendioxidemissionen bis 2030 um 40 bis 45 Prozent unter das Niveau von 2005 zu senken.
Zahlen der kanadischen Regierung zufolge betragen Kanadas gesamte CO2-Äquivalent-Emissionen aus der Verbrennung fossiler Brennstoffe im Jahr 2022 708 Megatonnen.
Die Waldbrandsituation in Kanada war dieses Jahr besser unter Kontrolle, hatte mancherorts jedoch dennoch katastrophale Folgen. Im Juli wurde der beliebte Touristenort Jasper in der westlichen Provinz Alberta durch Waldbrände teilweise zerstört.
Seit Jahresbeginn gab es in Kanada (Stand 28. August) 732 Waldbrände, von denen 136 außer Kontrolle geraten sind.
Ngoc Anh (laut AFP)
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Quelle: https://www.congluan.vn/chay-rung-day-canada-vao-top-4-quoc-gia-phat-thai-co2-post309993.html
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