Laut The Guardian bestand der Rumpf des Flugzeugs aus Kohlefaser-Verbundwerkstoff. Der Vorfall gibt daher Anlass zur Sorge, dass es schwierig sei, Brände aus diesem Material zu löschen. Airbus (Frankreich) ist der Konzern, der dieses Flugzeug herstellt.
Welche Materialien werden verwendet?
In der Flugzeugindustrie werden Kohlefaserverbundstoffe eingesetzt, um Kunststoffen und anderen Materialien mehr Festigkeit zu verleihen. Verbundwerkstoffe werden seit vielen Jahren im Inneren von Verkehrsflugzeugen beispielsweise für Fußböden und andere Strukturen verwendet.
Laut Simple Flying sind Verbundwerkstoffe in der kommerziellen Luftfahrtindustrie kein neues Phänomen. In beliebten Schmalrumpfflugzeugen wie dem Airbus A320 kommen zahlreiche Teile aus Verbundwerkstoffen zum Einsatz, beispielsweise das Leitwerk und die Heckflosse.
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Dieses Material wird auch in Großraumflugzeugen wie dem Airbus A380 verwendet und macht mehr als 20 % des Rahmens dieses Supergroßflugzeugs aus. Die Nachfrage nach diesem Material hat in den letzten Jahren deutlich zugenommen, was angesichts seiner zahlreichen Vorteile nicht überraschend ist.
Verbundwerkstoffe sind nicht so schwer und weniger verschleißanfällig als Aluminium. Infolgedessen bestehen bis zu 50 % des Flugzeugs A350 aus kohlenstofffaserverstärktem Kunststoff. Das Flugzeug besteht außerdem aus 20 % Aluminium, 15 % Titan, 10 % Stahl und 5 % anderen Materialien. Darüber hinaus können Verbundstrukturen in jede beliebige Form gebracht werden.
Ist dieses Material gefährlich?
Der Guardian zitierte Dr. Sonya Brown, Dozentin für Luft- und Raumfahrtdesign an der Fakultät für Maschinenbau und Fertigungstechnik der University of New South Wales (Australien), mit der Aussage, dass diese Art von Material die Art und Weise beeinflusst, wie Feuer brennt.
Das Luftbild zeigt die Aufräumarbeiten am Brandort eines Airbus A350 der Japan Airlines (JAL).
Zur Untermauerung ihrer Argumentation zitierte Frau Brown ein Video, auf dem der erste Brand an der linken Tragfläche des Flugzeugs zu sehen sei; er sei so heftig gewesen, dass auch ein Flugzeug mit einem Metallrumpf Feuer hätte fangen können. Ihren Angaben zufolge könnte das Feuer im Rumpf eine Temperatur von über 1.000 Grad Celsius haben.
Die Entzündungstemperatur von Kohlenstofffasern liegt bei 400 bis 1.000 Grad Celsius, je nach Festigkeit der Faser sogar bei 2.000 Grad Celsius, während Aluminium bei etwa 700 Grad Celsius schmilzt.
Dies bedeutet, dass Verbundwerkstoffe länger „Zeit gewinnen“ können. Das Feuer sei auf den linken Flügel beschränkt geblieben, möglicherweise dank einer „Verbund-Brandschutzmauer“, bemerkte Brown. Dadurch konnte die Gefahr einer Brandausbreitung auf andere Bereiche wie Motor und Kraftstofftank vorübergehend eingedämmt werden, und den Menschen blieb genügend Zeit zur Evakuierung.
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Es gibt derzeit keine stichhaltigen Belege dafür, dass Verbundwerkstoffe im Hinblick auf ihre Feuer- und Hitzebeständigkeit, die den Passagieren eine Chance zur Flucht gibt, besser oder schlechter als Aluminium sind. Allerdings haben Kohlenstofffasermaterialien eindeutige Auswirkungen auf den Menschen. Dementsprechend kann der beim Verbrennen dieses Materials entstehende giftige Rauch die Gesundheit im Allgemeinen und die Atemwege im Besonderen schädigen.
Es gibt schon seit langem Bedenken wegen der giftigen Dämpfe, die beim Verbrennen von kohlenstoffverstärkten Verbundwerkstoffen freigesetzt werden. Auf einem von Passagieren geposteten Video sieht man Menschen, die ihren Mund mit Taschentüchern bedecken und in gebückter Haltung den Anweisungen des Flugbegleiters folgend auf die Notausgänge zugehen.
Seit den 1990er Jahren hat die US-Luftfahrtbehörde FAA Verbundwerkstoffe als größte Gesundheitsgefahr bei Flugzeugabstürzen identifiziert. Scharfe Splitter freiliegender Materialien, faseriger Staub und giftige Gase aus brennenden Kunststoffen haben laut Simple Flying langfristige gesundheitliche Folgen für die Opfer von Bränden.
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