Um das Ziel der Klimaneutralität zu erreichen, setzen viele Länder weltweit aktiv Lösungen zur Förderung von Elektrofahrzeugen um. Eine dieser Lösungen ist der Aufbau einer Ladeinfrastruktur, um Elektrofahrzeuge schnell in den Alltag der Menschen zu integrieren.
Indien gehört zu den Ländern, die auf kostengünstige und umweltfreundliche Transportmethoden setzen. Laut dem indischen Energie-, Umwelt- und Wasserrat wurden 2022 in dem südasiatischen Land über eine Million Elektrofahrzeuge verkauft. Bis 2030 soll diese Zahl auf rund 14 Millionen Fahrzeuge pro Jahr steigen.
Die Maharashtra Housing and Development Authority (MHADA) hat als erste Behörde in Indien elektrische und solarbetriebene Parkplätze in Wohnanlagen eingerichtet. Zahlreiche Privatpersonen und Bauunternehmen installieren aktiv Ladestationen für Elektrofahrzeuge in Wohngebieten, um den Bewohnern das Aufladen ihrer Fahrzeuge über Nacht zu erleichtern. Dies generiert nicht nur zusätzliche Einnahmen, sondern hilft ihnen auch, mehr potenzielle Kunden zu gewinnen. Wohnungen mit Ladestationen für Elektrofahrzeuge vereinfachen den Alltag von Autobesitzern und sparen ihnen Zeit und Geld.
Auch China gehört zu den Ländern, die die Elektrifizierung des Fahrzeugverkehrs vorantreiben. Im vergangenen September planten der Öl- und Gaskonzern Shell und der Elektrofahrzeughersteller BYD den Bau des weltweit größten Ladeinfrastruktursystems für Elektrofahrzeuge in Shenzhen. Die Großladestation soll 258 Ladepunkte und eine Gesamtleistung von 300.000 kWh umfassen. Shell betreibt derzeit landesweit rund 800 Ladestationen für Elektrofahrzeuge über Joint Ventures oder hundertprozentige Tochtergesellschaften.
Wenn es um die Entwicklung von Elektrofahrzeugen geht, dürfen die USA nicht außer Acht gelassen werden. Der „Infrastructure Investment and Jobs Act“ von 2021 bewilligte 7,5 Milliarden US-Dollar für den Ausbau der Ladeinfrastruktur. Kürzlich wurden mit dem „Inflationsreduktionsgesetz“ Steuervergünstigungen für Elektrofahrzeuge im Pkw- und Nutzfahrzeugbereich eingeführt. Der Bundesstaat Kalifornien hat angekündigt, den Verkauf von Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor bis 2035 zu verbieten. Zudem schreibt Kalifornien vor, dass 3 % der Parkplätze in Gewerbegebäuden für Ladestationen ausgestattet sein müssen. Seit 2017 gilt in Atlanta eine Verordnung zur Elektromobilität, die vorschreibt, dass alle neuen Wohnbauprojekte und öffentlichen Parkplätze für Elektrofahrzeuge geeignet sein müssen. Darüber hinaus müssen 20 % der Parkplätze in Gewerbe- und Wohngebieten für Elektrofahrzeuge reserviert sein.
Die Anzahl der Ladepunkte in den USA wird voraussichtlich von derzeit etwa 4 Millionen auf rund 35 Millionen im Jahr 2030 steigen. Der Markt für Ladeinfrastruktur für Elektrofahrzeuge könnte bis 2040 von 7 Milliarden US-Dollar auf 100 Milliarden US-Dollar wachsen, was einer durchschnittlichen jährlichen Wachstumsrate von 15 % entspricht. Laut einer Analyse von PwC wird die Anzahl der Elektrofahrzeuge in den USA bis 2030 voraussichtlich 27 Millionen und bis 2040 92 Millionen erreichen. Ladesysteme für Elektrofahrzeuge an Arbeitsplätzen und im öffentlichen Raum werden bis 2030 voraussichtlich das schnellste Wachstum verzeichnen.
In Europa stieg die Zahl der öffentlichen Ladepunkte im Jahr 2022 im Vergleich zu 2021 um 48 % – von 320.000 auf 475.000. Die Niederlande waren führend im Bereich der öffentlichen Ladeinfrastruktur. Das unter dem Meeresspiegel gelegene Land verzeichnete 2022 mit 111.721 Ladepunkten die höchste Anzahl in der EU, gefolgt von Deutschland (87.674) und Frankreich (83.317). Dies bedeutet, dass sich 24 % aller öffentlichen Ladepunkte in der EU in den Niederlanden befanden und der gemeinsame Marktanteil der Niederlande, Deutschlands und Frankreichs 2022 59 % aller Ladestationen für Elektrofahrzeuge in der EU ausmachte.
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